Land Berlin fragt auf zusätzlicher Standortsuche für das LaGeSo auch bei der Gemeinde Tiergarten an

Veröffentlicht am Di., 26. Jan. 2016 12:45 Uhr
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Um die angespannte Situation vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) in Berlin Tiergarten nachhaltig zu entlasten, sucht das Land Berlin zusätzliche Standorte für Außenstellen des LaGeSo. Auf Anregung von Bischof Dr. Markus Dröge wurden dabei auch Kirchenräume unserer Gemeinde auf deren Eignung geprüft. Während sich der Standort Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche wegen unzureichender Fluchtwege als ungeeignet erwiesen hat, liegt der Gemeinde eine aktuelle Anfrage zu der Heilandskirche in der Nachbarschaft des LaGeSo vor.
Die Gemeinde Tiergarten ist von ganzem Herzen in der Flüchtlingshilfe engagiert. Flüchtlingsgruppen wurden monatelang im Standort KFG und auf dem Gebiet der Reformationskirche beherbergt, Benefitskonzerte abgehalten. In St. Johannis wurde ein Begegnungscafé für Geflüchtete, Gemeindeglieder und Interessierte eingerichtet. Viele Kollekten, Sachspenden, Spielzeug und freiwillige Hilfskräfte werden regelmässig aus den Reihen unserer Gemeindemitglieder zu den Flüchtlingen geleitet. Wo möglich, arbeiten wir auch mit dem Aktionsbündnis „Moabit hilft“ und anderen Organisationen oder auch dem LaGeSo zusammen. Daher sind wir bereit, mit weiteren zeitweiligen Raumüberlassungen wirksame Flüchtlingshilfe zu leisten.
Andererseits handelt es sich bei der Heilandskirche um einen lebendigen Verkündigungsort, der uns sehr wichtig ist. Es versteht sich daher von selbst, dass die Gemeinde die Anfrage des Landes Berlin besonders sorgfältig prüft. Am 6. Januar 2016 fand eine Besichtigung der Kirche durch die Beteiligten statt.
In seiner konstituierenden Sitzung am 10. Januar 2016 hatte der Gemeindekirchenrat dann zu dieser Anfrage beraten und Rahmenbedingungen formuliert, die für eine zweijährige Umnutzung der Heilandskirche erfüllt sein sollten:
• Das Land Berlin legt ein Nutzungskonzept vor, aus dem hervorgeht, dass durch diese Umnutzung der Heilandskirche auch wirklich eine Verbesserung für die Wartesituation am LaGeSo zu erwarten ist.
• Soweit das noch zu entwickelnde Nutzungskonzept einen Wartebereich einschließt, wird das Diakonische Werk Berlin Stadtmitte ein angemessenes Betreuungskonzept für die Flüchtlinge entwickeln und umsetzen, um Zustände wie vor dem LaGeSo zu vermeiden.
• Das Land Berlin zahlt eine angemessene Miete und trägt die Betriebskosten
• Das „Spätcafé“ als Anlaufstelle für Wohnungslose bleibt in der jetzigen Form in einem
separaten Teil der Kirche bestehen und darf in seiner Arbeit nicht beeinträchtigt werden

Die Prüfung durch das Land Berlin, ob die Heilandskirche für die Arbeit des LaGeSo wirklich sinnvoll genutzt werden könnte, und die Entwicklung eines Nutzungskonzept haben derzeit noch keine Ergebnisse. Ende Januar sollen uns hierzu Fakten vorgelegt werden.
Wir halten Sie auf dem Laufenden und werden in einer Gemeindeversammlung am 21. Februar 2016 im Anschluss an den Gottesdienst hoffentlich mehr dazu sagen können und gemeinsam weiter beraten.


Stand: 25. Januar 2016

gez.
Fabian Eidtner, GKR-Vorsitzender
Pfr. Gisbert Mangliers, stellv. GKR-Vorsitzender