Nach Sanierung: Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche im Berliner Tiergarten wird wieder eingeweiht

Veröffentlicht von Sascha Gebauer am Do., 14. Jun. 2018 12:38 Uhr
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Nach Sanierung: Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche im Berliner Tiergarten wird wieder eingeweiht

Berlin - Am Montag, den 18. Juni 2018, feiert die Evangelische Kirchengemeinde Tiergarten gemeinsam mit den an diesem Projekt Mitwirkenden mit dankbarer Freude den Abschluss der restauratorischen Instandsetzungsarbeiten. Zu den um 15.30 Uhr beginnenden Feierlichkeiten werden unter anderen Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, der Parlamentarische Staatssekretär des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat Marco Wanderwitz, sowie der Staatssekretär für Europa, Gerry Woop erwartet. Nach einer Andacht mit Pfarrerin Axinia Schönfeld folgen Gruß- und Geleitworte am Bau Beteiligter sowie eine kurze denkmalgeschichtliche Einordnung durch Dr. Sabine Schulte vom Landesdenkmalamt Berlin. Im Anschluss kann die frisch sanierte Kirche besichtigt werden. Mit einem festlichen Empfang klingt die Veranstaltung aus.

Jahrelang hatten der Kirchengemeinde Tiergarten die finanziellen Mittel gefehlt, um die im Rahmen der Internationalen Bauausstellung 1957 errichtete, mitten im Tiergarten gelegene Kirche zu sanieren. Auf Initiative des Bürgervereins Hansaviertel e. V. wurde die Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche in das Bundesförderungsprojekt „Hansaviertel Berlin – Stadt von Morgen“ aufgenommen. So verdankt die Kirchengemeinde diese bedeutsame Stärkung ihres Gemeindelebens neben zahlreichen Spenden von Gemeindemitgliedern und Zuwendungen der Landeskirche, des Evangelischen Kirchenkreises Stadtmitte und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, maßgeblich der Förderung durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat sowie der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen des Landes Berlin im Rahmen des Bundesprogramms »Nationale Projekte des Städtebaus«.

Das von Otto Bartning angeregte und von Senatsbaudirektor Ludwig Lemmer entworfene Gebäude gilt nicht nur in Architektenkreisen als beispielhaft für die hoffnungsvolle Aufbruchsstimmung der Architektur der ausgehenden 50er-Jahre in Berlin. Bis heute zieht die im Volksmund wegen ihres markanten Turmes „Seelenbohrer“ genannte Kirche zahlreiche auch internationale Architekturinteressierte an. Beton, Stahl und Glas bestimmen das schlichte Äußere, im Innern empfängt sinnlich-zeitlose Gestaltung mit Mosaiken und Glaskunst, die von namhaften Künstlern geschaffen wurde.

Nach Abschluss aller Arbeiten am Gebäude werden die drei Glocken an ihre angestammten Plätze im Turm zurückkehren. Im Jahr 1955 gegossen, wurden die Glocken von den norddeutschen Hansestädten Hamburg, Bremen und Lübeck mit drei Wünschen geschenkt: Frieden, Wahrheit und Liebe. Ihr Geläut wurde von Anfang an mit den Glocken der benachbarten katholischen Kirche St. Ansgar am Hansaplatz abgestimmt. Nach mehr als zehn Jahren werden die Glocken über dem Hansaviertel bald wieder gemeinsam das „Te deum“ (EG 191) anstimmen können.

Seit Januar 2018 hat die Gemeinde Tiergarten das innovative jeweils samstags um 18 Uhr in der Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche das Gottesdienstformat „Kulturkirche“ mit Erfolg gestartet. Prominente Gastprediger aus Politik, Kultur und Kirche sowie Musik von Klassik über Jazz bis Evensong prägen diese Gottesdienste. „Nach „Migration leben“ und „Partei ergreifen“ läuft aktuell bereits die 3. Themenreihe: „Chancen und Gefahren der Digitalisierung“.

Termin: Montag, 18. Juni 2018, 15.30 Uhr,

Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche, Händelallee 20, 10557 Berlin

Foto: Ernst Krüger; Text: Sabine Wendt

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