22/10/2026 0 Kommentare
Die Zukunft unserer Gemeinde Tiergarten – gemeinsam neue Wege gehen
Die Zukunft unserer Gemeinde Tiergarten – gemeinsam neue Wege gehen
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Die Zukunft unserer Gemeinde Tiergarten – gemeinsam neue Wege gehen
Liebe Gemeindemitglieder,
wie soll die Zukunft unserer Gemeinde Tiergarten aussehen? Mit dieser wichtigen Frage haben wir uns bei der Informationsveranstaltung am 16. Oktober 2026 in der Heilandskirche beschäftigt. Wir möchten Sie nun über die Herausforderungen, die anstehenden Veränderungen und vor allem die getroffenen Entscheidungen des Gemeindekirchenrates informieren.
Warum Veränderungen notwendig sind
Seit der Fusion im Jahr 2016 ist die Zahl unserer Gemeindeglieder deutlich zurückgegangen: von rund 13.000 auf heute etwa 8.500 Menschen. Gründe dafür sind unter anderem der demografische Wandel und der zunehmende Abbruch kirchlicher Traditionen.
Durch diese Entwicklung stehen wir vor großen finanziellen Herausforderungen. Während die Kirchensteuereinnahmen zurückgehen, steigen die Personalkosten. Für das Jahr 2026 stehen Einnahmen aus Kirchensteuern für Personal von rund 690.000 Euro Personalkosten von etwa 860.000 Euro bei Vollbeschäftigung gegenüber. Daraus ergibt sich eine erhebliche Finanzierungslücke.
Auch unsere Gebäude bereiten zunehmend Sorgen. Viele sind in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Bei Reparaturen treten häufig weitere Probleme auf, beispielsweise veraltete Elektroleitungen, marode Rohre oder Schadstoffe. Die Instandhaltung ist teuer, unsere Rücklagen sind begrenzt und notwendige Baumaßnahmen lassen sich nicht alle gleichzeitig umsetzen.
Personal oder Gebäude?
Der Gemeindekirchenrat (kurz: GKR) hat sich intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, wie wir unter diesen Bedingungen die Zukunft unserer Gemeinde gestalten können. Zu entscheiden war, ob Personal gekürzt bzw. zukünftig gestrichen wird oder Gebäude aufgegeben werden müssen. Der GKR hat sich dafür entschieden, nicht am Personal zu sparen, da Glaube und Kirche Menschen zusammenbringen soll. Hierfür braucht es neben den ehrenamtlichen Gesichtern der Gemeinde hauptamtliches Personal. Die gemeindliche Arbeit mit ihren vielfältigen Angeboten soll auch künftig möglich sein. Dafür brauchen wir geeignete Räume und das Gemeindeleben muss stärker an ausgewählten Standorten gebündelt werden. Somit hat sich der Gemeindekirchenrat für folgende Schritte entschieden.
Die Entscheidung
Ab Sommer 2027 soll das Gemeindeleben an folgenden vier kirchlichen Orten stattfinden:
Heilandskirche
Campus St. Johannis
Meerbaumhaus
Gemeindehaus Erlöser
Von zwei kirchlichen Orten werden wir uns im nächsten Jahr verabschieden: von der KFG-Kirche sowie von der Erlöserkirche. Das Gemeindehaus am Wikinger Ufer bleibt hingegen mit der Choretage als Ort für das Gemeindeleben erhalten.
Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Die Notwendigkeit, unsere Strukturen zu verändern, war bereits länger absehbar. Mit dem Jahresabschluss 2025 ist die Dringlichkeit jedoch besonders deutlich geworden. Erstmalig konnten wir nicht mehr für alle Gebäude eine Substanzerhaltungsrücklage bilden. Zugleich brauchen wir jetzt eine langfristige Perspektive, die eine verlässliche Planung und ein gemeinsames Arbeiten ermöglicht.
Ausschlaggebende Kriterien
Bei der Entscheidung, die extern begleitet wurde, waren unter anderem folgende Aspekte ausschlaggebend.
Entwicklungspotenzial: Was lässt sich an diesem Ort zukünftig neu denken? Wie können Räume genutzt und in den nächsten Jahren ertüchtigt werden?
Außenwirkung: Wie werden die Orte in der Gemeinde, im Stadtteil und über das Gemeindegebiet hinaus wahrgenommen?
Wirtschaftlichkeit: Wie hoch sind anfallende Betriebskosten, wie ist Zustand der Bausubstanz, welche Mieteinnahmen können generiert werden?
Erreichbarkeit: Wie sind die Orte erreichbar mit ÖPNV, Auto und Rad?
Bedarfe aus den Arbeitsbereichen der Gemeinde: Was wird an Räumen und Ausstattung gebraucht?
Gemeinsam die Zukunft gestalten – wichtige Fragen aus dem Kreis der Teilnehmenden
Wir wissen, dass diese Veränderungen viele Menschen bewegen werden. Dies zeigte sich auch bei der Abfrage unter den Teilnehmenden am Informationsabend. Wichtigste Frage ist auch, was passiert nun mit den Gebäuden? Jetzt, wo die Entscheidung getroffen ist, können wir uns auf den Weg machen, zu prüfen, welche Möglichkeiten es gibt. Wichtig an dieser Stelle ist, dass die Kirchen nicht abgerissen werden, sondern einer neuen Nutzung zugeführt werden sollen. Dies kann über eine langfristig angedachte Vermietung erfolgen oder auch über ein Erbbaurecht.
Eine weitere Frage, die an diesem Abend eingebracht wurde, war, was das nun für die gemeindlichen Angebote an den beiden wegfallenden Orten bedeutet. Hier ist es der Wunsch des Gemeindekirchenrates, gemeinsam mit den betroffenen Gruppen Lösungen zu erarbeiten. Damit geht auch eine Planung einher, die Gebäude, die bleiben, aufzuwerten und zu ertüchtigen, so dass alle Angebote weiterhin ihren Platz finden. Auch die Frage nach dem Einbezug der Mitarbeitenden kam auf – auch hier ist klar, dass die Zukunft gemeinsam gestaltet werden muss. Die Bedarfe aus den Arbeitsbereichen wurden eingeholt und bereits bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt. Darüber hinaus werden Wünsche und Belange in den Mitarbeiterdienstbesprechungen oder Mitarbeitergesprächen aufgenommen.
Wie geht es nun weiter?
Viele wichtige Fragen aus dem Kreis der Teilnehmenden sind noch offen und konnten auch noch nicht an diesem Abend beantwortet werden. Es werden auch sicherlich weitere Fragen kommen – diese möchten wir als Gemeindekirchenrat auch mitnehmen. Wir wollen Bedenken und Anmerkungen hören, und in den weiteren Prozess einbeziehen. Die Gedanken, Anregungen und Perspektiven sind uns dabei wichtig. Im Rahmen des Informationsabends haben wir erste wichtige Rückmeldungen der Anwesenden gesammelt und nehme diese mit für den weiteren Prozess.
Damit dies auch für alle möglich ist, werden ab Sonntag den 25.10. bis zum 1. Advent (Sonntag, den 29.11.2026) nach jedem Gottesdienst Vertreterinnen und Vertreter des Gemeindekirchenrats für Gespräche zur Verfügung stehen. Fragen, Sorgen und Anregungen können im Buch „Sag‘s dem GKR“ gesammelt werden.
„Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5 – Jahreslosung 2026)
Mit Kirchen und Gemeinderäumen verbinden sich persönliche Erinnerungen, Begegnungen, Gottesdienste und ein Stück Heimat. Deshalb ist uns bewusst, dass der Abschied von vertrauten Orten auch schmerzhaft sein kann. Gleichzeitig möchten wir den Blick gemeinsam nach vorn richten: Unsere Gemeinde lebt nicht allein von ihren Gebäuden, sondern vor allem von den Menschen, die miteinander glauben, feiern, helfen, musizieren, lernen und Gemeinschaft gestalten.
Lassen Sie uns die anstehenden Veränderungen als gemeinsame Aufgabe verstehen und die Zukunft unserer Gemeinde mit Zuversicht, Offenheit und gegenseitiger Unterstützung gestalten.
Mit herzlichen Grüßen
Larissa Bothe
Vorsitzende des Gemeindekirchenrats der Gemeinde Tiergarten
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