03/07/2026 0 Kommentare
Sommerliche Orgelmusiken 2026
Sommerliche Orgelmusiken 2026
# Musikblog

Sommerliche Orgelmusiken 2026
Programm 08.07.2026
Dr. Ralf Lützelschwab - Orgel
Dietrich Buxtehude (1637-1707)
Präludium in C (BuxWV 136)
Louis-Nicolas Clérambault (1676-1749)
Suite du premier ton
Grand plein jeu - Fugue - Duo - Trio - Basse et dessus de Trompette
Récits - Dialogue sur les grands jeux
Dietrich Buxtehude (1637-1707
Präludium, Fuge und Ciacona in C (BuxWV 137)
Dietrich Buxtehude (1637–1707)
Präludium in C-Dur BuxWV 136
Der deutsch-dänische Komponist und Organist Dietrich Buxtehude zählt zu den bedeutendsten Vertretern der norddeutschen Orgelschule des 17. Jahrhunderts. Als Organist an der Marienkirche in Lübeck erlangte er weit über die Stadt hinaus Berühmtheit. Seine Abendmusiken sowie seine virtuosen Orgelwerke beeinflussten zahlreiche Komponisten, darunter auch den jungen Johann Sebastian Bach, der 1705 einen mehr als 400 Kilometer langen Fußmarsch nach Lübeck unternahm, um Buxtehude zu hören.
Das Präludium in C-Dur BuxWV 136 ist ein eindrucksvolles Beispiel des norddeutschen stylus phantasticus. Frei improvisatorisch wirkende Passagen wechseln mit streng kontrapunktischen Fugenteilen und schaffen eine abwechslungsreiche musikalische Architektur. Virtuose Läufe, markante Akkorde und kontrastreiche Affekte verleihen dem Werk eine besondere Ausdruckskraft und machen es zu einem Höhepunkt der barocken Orgelkunst.
Louis-Nicolas Clérambault (1676–1749)
Suite du premier ton
Louis-Nicolas Clérambault war einer der bedeutendsten französischen Organisten und Komponisten der Spätzeit des Grand Siècle. Als Organist an mehreren Pariser Kirchen sowie am königlichen Hof führte er die Tradition der klassischen französischen Orgelmusik fort. Seine Orgelwerke zeichnen sich durch Eleganz, klangliche Raffinesse und die charakteristische Registrierung der französischen Barockorgel aus.
Die Suite du premier ton gehört zu seinen bekanntesten Orgelzyklen. Sie besteht aus mehreren Sätzen, die unterschiedliche Klangfarben und musikalische Charaktere entfalten und sich an der französischen Liturgie orientieren.
Grand plein jeu eröffnet die Suite mit festlicher Klangfülle und majestätischem Charakter.
Fugue verbindet französische Eleganz mit kunstvoller kontrapunktischer Verarbeitung.
Duo präsentiert zwei gleichberechtigte Stimmen in lebendigem Dialog.
Trio zeichnet sich durch transparente Dreistimmigkeit und tänzerische Leichtigkeit aus.
Basse et dessus de Trompette stellt die charakteristischen Trompetenregister der Orgel in Bass und Oberstimme wirkungsvoll gegenüber.
Récits bieten kantable Solostimmen mit reich ornamentierter Melodik und fein abgestufter Begleitung.
Dialogue sur les grands jeux beschließt die Suite mit einem prächtigen Wechselspiel zwischen den großen Klanggruppen der Orgel und bildet den glanzvollen Höhepunkt des Zyklus.
Die Satzbezeichnungen beziehen sich nicht nur auf die musikalische Form, sondern zugleich auf die vorgesehenen Klangfarben der französischen Barockorgel, deren reiche Registerpalette Clérambault meisterhaft ausschöpft.
Dietrich Buxtehude (1637–1707)
Präludium, Fuge und Ciacona in C-Dur BuxWV 137
Mit dem Präludium, Fuge und Ciacona BuxWV 137 schuf Buxtehude eines seiner originellsten Orgelwerke. Es verbindet drei unterschiedliche musikalische Formen zu einer geschlossenen Einheit. Auf ein frei gestaltetes Präludium folgt eine kunstvoll gearbeitete Fuge, deren kontrapunktische Strenge schließlich in eine Ciacona mündet.
Die Ciacona basiert auf einer sich ständig wiederholenden Bassfigur, über der sich eine Folge abwechslungsreicher Variationen entfaltet. Aus dem einfachen Grundmodell entwickelt Buxtehude eine beeindruckende Steigerung von Spannung und Klangfülle. Die Verbindung improvisatorischer Freiheit, kontrapunktischer Meisterschaft und variativer Kunst macht das Werk zu einem eindrucksvollen Beispiel der norddeutschen Barocktradition und weist zugleich auf die großen Orgelwerke Johann Sebastian Bachs voraus.
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