Das etwas andere Gemeinde-Wochenende

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Das etwas andere Gemeinde-Wochenende

Politik, Malerei, Tango, Denkmal und Electropunk: Die Evangelische Kirchengemeinde Tiergarten präsentierte – neben Gottesdienst und Orgelklang – sich, ihre Räume und Anlagen am Wochenende von vielen überraschenden Seiten. Dass eine Nachfrage nach Vielfalt da ist, zeigte sich an der Anzahl der Besucher*innen ebenso wie an ihren Reaktionen.

Bereits am Donnerstag begann der kleine Kultur-Marathon mit einer Bürger*innen-Fragestunde. Politiker*innen der vier großen Parteien Moabits und des Hansaviertels standen in der Heilandskirche Rede und Antwort zu den regional aufbereiteten Themen Mobilität, Wohnungsnot und Kleiner Tiergarten. Mehr als 80 Menschen fanden ihren Weg in die Kirche und bei denen, die sonst selten bis nie dorthin kommen, war der einheitliche Kommentar: „Überraschend interessant!“


Am Freitagabend standen die Kirchstühle dort nicht mehr im Plenumsformat, sondern an den Raumseiten, denn am Samstag fand in der Heilandskirche ein externer Tangoabend statt und der brauchte Tanzfläche. Dadurch wirkte der Kirchraum bei der Vernissage von tiefgründigen Farbbildern und transparenter Leichtigkeit etwas großgeraten. Der Veranstaltung tat das in ihrer Intensität aber keinen Abbruch. Künstler*innen und Kunsthistorie trafen auf Interesse und Beifall.

Am Samstag und Sonntag bestand weiterhin die Möglichkeit, diese Bilder und Hängungen in der Heilandskirche zu besichtigen und zu Führungen durch die KünstlerInnen Ines und Niklas Hock. Gleichzeitig öffnete aber auch die Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche zum Tag des offenen Denkmals 2026 ihre Türen und präsentierte sich in ihrer Geschichte und Musikalität. Dazu gab es als Sahnehäubchen und für viele wiederum überraschend noch eine Foto-Ausstellung und Installation im Gemeindesaal, an der Trennwand, im Treppenhaus und auf der Empore unter dem passenden Titel „I didn‘t see that coming“.


Sonntag stand ganz im Zeichen von St. Johannis. Nach dem Gottesdienst zum Willkommen der neuen Konfirmanden ging es in verschiedenen Touren über den Kirchen-Campus einzelnen Einblicken und dem großen Überblick nach. Es gab die einmalige Chance, das Alte Schulhaus zu besuchen und durch ehemalige Schüler, wie unseren ehrenamtlichen Küster Peter Zeller, alte Schulgeschichten vor Ort nachzuerleben.


Es gab Kirchen- und Friedhofsführungen und Führungen über den gesamten Campus, inklusive Begegnungs- und Biergarten. Und wer dann noch nicht genug hatte, konnte in der Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche, präsentiert von der Hansabibliothek, den „Chicks on Speed“ mit ihrem Electropunk beiwohnen.


Alle Veranstaltungen waren sehr gut besucht. Es gab ungeplant spannenden Austausch unter Gleichgesinnten und – dem diesjährigen Motto des Tages des offenen Dankmals gerecht –  neu geknüpfte Netzwerke über Gemeindegrenzen hinaus. Als Gastgeberin haben wir uns darüber ebenso gefreut, wie über die vielen anerkennenden Worte für die Präsentationen und Zeitgeschichten. Ein großer Dank an alle Mitwirkenden!

 

MARTINA KNOLL

(fotos:martina knoll und privat)

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